CO₂ speichern und Wasserspeicher stärken: So setzt der Wasser- und Bodenverband konkrete Moorschutz-Projekte und Wiedervernässungen regional um.

Warum ist Moorschutz eine Schlüsselaufgabe?

Intakte Moore sind echte Multitalente in der Natur: Sie sind die effektivsten langfristigen CO₂-Speicher unseres Planeten, schwammartige Wasserspeicher in Trockenzeiten und unersetzliche Lebensräume für spezialisierte Pflanzen- und Tierarten.

In der Vergangenheit wurden viele Moorflächen entwässert, um sie land- und forstwirtschaftlich nutzbar zu machen. Wenn Torfböden jedoch austrocknen, gerät Torf mit Sauerstoff in Kontakt und zersetzt sich. Die Folge: Große Mengen an Treibhausgasen ($CO_2$) werden freigesetzt, der Boden sackt ab und die Speicherfunktion für Wasser geht verloren.

Als Wasser- und Bodenverband (WBV) stehen wir an der Schnittstelle des regionalen Wasserhaushalts. Wir tragen aktiv dazu bei, bestehende Moore zu schützen, geschädigte Moorflächen zu stabilisieren und zukunftsfähige Lösungen für Mensch und Natur umzusetzen.

Die Hauptaufgaben des WBV im Moorschutz

Der Moorschutz durch den Verband ist ein komplexes Zusammenspiel aus Ingenieurtechnik, Ökologie und regionalem Wassermanagement:

1. Wiederherstellung naturnaher Wasserstände (Wiedervernässung)

Das effektivste Mittel zum Schutz von Torfböden ist die Anhebung und Stabilisierung des Grundwasserstands.

  • Maßnahmen: Einbau von regelbaren Stauwerken, Sohlgleiten oder Verwallungen in Entwässerungsgräben, Rückbau von Drainagen sowie das kaskadenförmige Anstauen von Wasser im Einzugsgebiet.

2. Vorausschauendes und flexibles Wassermanagement

Moorschutz bedeutet heute nicht mehr nur einfaches Absperren von Gräben, sondern präzise Steuerung.

  • Maßnahmen: Steuerung von Wasserständen je nach Jahreszeit – Erhalt von Wasser in der Fläche im feuchten Winter/Frühjahr, um Reserven für trockene Sommermonate zu schaffen. Das schützt den Torfkörper und hilft gleichzeitig der umliegenden Landschaft gegen Dürre.

3. Unterstützung klimaschonender Bewirtschaftung (Paludikultur)

Moorschutz muss auch für die regionale Landwirtschaft praktisch funktionieren.

  • Maßnahmen: Förderung und Begleitung von Projekten zur Paludikultur (nasse Landnutzung). Hierbei werden auf wiedervernässten Flächen spezielle Nutzpflanzen wie Rohrkolben, Schilf oder Torfmoose angebaut, was eine wirtschaftliche Nutzung ohne Torfabbau ermöglicht.

4. Schutz vor CO₂-Freisetzung und Beitrag zum Klimaschutz

Durch das Stoppen der Torfzehrung leistet der Verband einen messbaren Beitrag zu den regionalen und nationalen Klimaschutzzielen.

  • Effekt: Vernässter Torf bleibt unter Luftabschluss stabil – die Emission von Treibhausgasen wird gestoppt und das Moor kann wieder aktiv Kohlenstoff aus der Atmosphäre binden.

Ein kooperativer Ansatz: Ausgleich der Interessen

Die Anhebung von Wasserständen berührt oft die Interessen von Landeigentümern, Landwirten und Anwohnern. Ein erfolgreicher Moorschutz gelingt dem Wasser- und Bodenverband daher nur durch einen dialogorientierten Ansatz:

  • Flächenmanagement & Beratung: Enger Austausch mit Landwirten und Kommunen zur Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen für betroffene Flächen.
  • Schutz angrenzender Flächen: Durch gezielte technische Maßnahmen (wie z. B. Randsicherungssysteme) wird sichergestellt, dass benachbarte, intensiv genutzte Flächen oder Siedlungen nicht ungewollt vernässt werden.
  • Synergien nutzen: Verbindung von Moorschutz mit regionalem Hochwasserschutz und Schwammstadt-/Schwammregion-Konzepten – Moore wirken wie Riesenschwämme, die Starkregen abpuffern und Trockenzeiten abmildern.

Gewässerkrautung mit Langarmbagger